Dienstag, 2. Februar 2010 17:40
China hat die Finanzmarktkrise für sich beendet erklärt, nach einem unerwartet hohem Wachstum in 2009 sind die Prognosen für 2010 nicht schlechter. Damit wird die Nachfrage in den Schifffahrtsmärkten steigen und bei einer gleichzeitigen Zunahme der Inflation auch die Preise.
Reuters (25.01.2010): China rechnet 2010 mit Wachstum von 9,5 Prozent
Die chinesische Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung eines regierungsnahen Wissenschaftlers um rund 9,5 Prozent wachsen. Die Nachfrage im Inland werde dank der Maßnahmen der Politik weiter anziehen und vor allem die Verkäufe von Häusern und Autos ankurbeln, zitierte das “China Securities Journal” am Montag den Ökonomen Zhang Liqun vom staatlichen Forschungszentrum für Entwicklung. Zhang rechnet zudem nur mit einem geringen Inflationsrisiko. Der Verbraucherpreisindex (CPI) werde voraussichtlich höchstens um drei Prozent steigen. Im vorigen Jahr wuchs Chinas Wirtschaft um 8,7 Prozent. Von Reuters befragte Analysten rechnen für 2010 im Durchschnitt ebenso wie Zhang mit einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukt von 9,5 Prozent.
Handelsblatt (22.01.2010): Oetker hofft auf ruhigeres Fahrwasser
Es gebe “verlässliche Anzeichen” dafür, dass sich die Container-Schifffahrt im laufenden Jahr wieder aus dem Wellental herausbewege, sagte Richard Oetker, der zum Jahreswechsel von seinem älteren Bruder August die Führung des Oetker-Konzerns übernommen hat, vor Journalisten am Stammsitz des Unternehmens in Bielefeld. Der Geschäftsbereich Schifffahrt, der mittlerweile für fast die Hälfte des Gruppen-Umsatzes von insgesamt 9,2 Mrd. Euro verantwortlich ist, war im vergangenen Jahr in schwere See geraten. Denn die Wirtschaftskrise hat gerade bei Logistikfirmen tiefe Spuren hinterlassen. Weil die Transportpreise für Container im Jahresvergleich um bis zu 70 Prozent abgestürzt waren, fuhren auch die Schiffe der Oetker-Tochter Hamburg Süd im vergangenen Jahr mit Verlust. Anfang des Jahres schreibe man aber wieder schwarze Zahlen und hoffe, dass diese Entwicklung anhalte, bestätigte der bisherige Konzernlenker August Oetker, der zum Jahresbeginn die Leitung des Konzernbeirates übernommen hat. Vor allem die Transporte nach Brasilien würden regelrecht “boomen” und auch die Frachtraten würden langsam wieder anziehen, sagte Oetker, der als gelernter Reederei-Kaufmann auch von dem Kontrollgremium aus regen Anteil an der aktuellen Entwicklung dieser Konzernsparte nehmen will.
Unabhängig davon laufen in den nächsten zwei Jahren bei Hamburg Süd noch zehn Container-Schiffe vom Stapel, die die Überkapazitäten der Branche noch vergrößern. Doch die Verantwortlichen in der Bielefelder Konzernzentrale sind sich sicher, dass sich diese Investitionen von insgesamt zwei Mrd. Euro langfristig auszahlen werden. “Mit eigenen Schiffen können wir besser und flexibler auf die wechselnde Nachfrage nach Transportkapazitäten im Welthandel reagieren”, sagte August Oetker. Um die eigenen Frachter derzeit besser auszulasten, schippert ein Großteil der 140 Schiffe umfassenden Oetker-Flotte derzeit mit einer Geschwindigkeit von 16 statt 22 Knoten über die Weltmeere. Nach Oetkers Worten kämen auf diese Weise mehr Schiffe zum Einsatz – die auch noch Sprit sparen.
Den vorsichtigen Optimismus in Sachen Container-Schifffahrt teilt inzwischen die Reeder-Branche weltweit. Auch aus dem Umfeld des ebenfalls schwer angeschlagenen Hamburger Wettbewerbers Hapag-Lloyd heißt es, die 2009 tief in den Keller gerutschten Frachtraten seien inzwischen wieder “auf einem ordentlichen Niveau” angekommen.
Vor allem die Prognosen aus China, wo für 2010 wieder mit einem zweistelligen Zuwachs im Export gerechnet wird, beflügeln die Erwartungen in der Container-Schifffahrt. Nach dem Südamerika-Geschäft ziehe auch der Verkehr über den Pazifik an, und nun sei mit einer schnellen Erholung auf den Routen von Fernost nach Europa zu rechnen. […]
DIE WELT (23.01.2010): Erste Anzeichen für Erholung im Hafen
Wenige Tage vor der Bekanntgabe der neuen Umschlagszahlen zeichnet sich im Hamburger Hafen ein erster positiver Trend ab. Die Zahl der Liniendienste, die Hamburg mit dem Ostseeraum verbinden, steigt wieder an. Die Dienste, die den Weitertransport und die Verteilung von Containern in kleinere Häfen übernehmen, waren infolge der Wirtschaftskrise extrem eingeschränkt worden, weil das Ladungsaufkommen eingebrochen war. Doch jetzt geht es offenbar wieder bergauf: Die französische Reederei CMA CGM nimmt einen neuen Dienst zwischen dem Hamburger Hafen und den dänischen Häfen Fredericia und Kopenhagen, dem schwedischen Halmstad sowie dem polnischen Ostseehafen Stettin auf. Wöchentlich läuft dazu das Feederschiff (Zubringerschiff) “Electron” Containerterminals im Hamburger Hafen an. Tatsächlich ist das kein Einzelfall: Lag die Zahl der Schiffsanläufe im dritten Quartal 2009 noch bei 147 pro Woche, werden derzeit wöchentlich 159 Abfahrten gezählt. “Wir registrieren seit November eine wieder ansteigende Zahl von Diensten in den Ostseeraum”, sagt Bengt von Beuningen, Sprecher der Hafen Hamburg Marketing. Das sage zwar noch nichts über die Umschlagsmengen aus. “Aber zusätzliche Dienste sind die Voraussetzung, dass wieder mehr Umschlag stattfindet”, so von Beuningen.
[…] CMA CGM will in diesem Monat operativ wieder die Gewinnzone erreichen. “Der Asien-Europa-Verkehr und auch die innerasiatischen Containerverkehre zeigen Anzeichen einer Erholung”, teilte auch das Emissionshaus Lloyd Fonds mit. So steigen die Containertransporte zwischen China und Japan wieder an. Und auch die stillgelegte Transportkapazität mit mehr als 500 aufgelegten Schiffen ging zuletzt zurück, wenn auch nur ganz leicht von 11,7 auf 11,4 Prozent der weltweiten Containerschiffflotte. Das liegt aber auch daran, dass die Reeder ihre Schiffe sehr viel langsamer fahren lassen. Das sogenannte Extra Slow Steaming (ESS) beanspruche mehr als zwei Prozent der Containerschiffkapazitäten, meldete der Branchendienst AXSAlphaliner. […]
Lloyd Fonds